Planung und Pflanzung einer Jumbograshecke

Im letzten Artikel beschäftigten wir uns mit der Pflege bestehender Jumbogräser. Heute gehen wir mal einen Schritt zurück und starten am Anfang, bei der Planung und Pflanzung!

Kaum zu glauben, doch aus so einem kleinem Miscanthus-Rhizom mit wenigen Augen entwickelt sich im Laufe von rund 10 Jahren ein mächtiger Stock mit bis zu einem Meter Durchmesser. Da macht man sich vor der Pflanzung seines Chinaschilfs dann doch so seine Gedanken.

Planung ist alles oder was beachte ich vor der Pflanzung?

Jumbogras-Stöcke von Jürgen Schuth

Die Frage nach dem Wohin ist meist schon geklärt. Als Sichtschutzhecke, Schilf am Wasser, Solitär-Blickfang im Garten oder auch ein Labyrinth für Kinder. Es gibt unzählige Einsatzmöglichkeiten für Chinagräser.

Welchen Abstand wähle ich? Der lässt sich zum Glück ganz leicht berechnen wenn man weiß wie breit die Pflanze schlußendlich wird:

Also mindestens einen halben bis dreiviertel Meter Abstand zur Grundstücksgrenze und anderen „Hindernissen“. Dann kann sich das Jumbogras gleichmäßig entwickeln und sieht auch nach ein paar Jahren nicht so aus als wäre es an die Mauer, den Teich und dergleichen angeklebt wurde. Und natürlich bleibt das Gras so auch dem Nachbargrundstück fern. Außerdem kann man das Elefantengras auch in Tröge, Töpfe oder in Korbsteine pflanzen. Bei diesen Einsatzmöglichkeiten ist regelmäßiges Düngen und wässern besonders wichtig.

Die meisten Gräser lieben einen sonnigen Standort. Zum Glück für unsre vielen Schattengärten gibt es Ausnahmen. Gräser für den Schatten sind unter anderem: Schneemarbel, Waldmarbel, Seggenarten wie die Waldsegge oder die weißgrüngestreifte Segge „Icedance“. Auch der Schlangenbart wächst im Schatten. Er ist eigentlich ein Maiglöckchengewächs, sieht jedoch aus wie ein Gras. Diese Gräser in Kombination mit Farnen einfach traumhaft. Und ein besonders schönes Gras für den Halbschatten ist das Japanwaldgras.

Gelungene Kombinationen von Gräsern und Stauden oder Gehölzen sorgen immer für einen besonderen Hingucker im Garten. Lampenputzergras in Verbindung mit Ziersalbei oder Lavendel. Reiherfedergräser und Sonnenbraut oder Zerbragräser mit Rudbeckien oder Sonnenhut kombiniert, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Auch Hortensien und Gräser sind unschlagbar. Straff aufrechte Arten wie mittelhohe Miscanthus in den Hintergrund. Rutenhirse, oder das Reitgras passen besonders gut zwischen Hortensien. Im Vordergrund noch niedere Lampenputzergräser und das Reiherfedergras und fertig ist ein perfektes Beet

Skizzen für die Pflanzung:

Skizze mit Jumbogras-Stöcken pro Laufmeter

Oft nicht unbedingt nötig, aber manche lieben Pflanz-Skizzen wie diese von unserem kreativen Gärtner Urs. Symbolhaft wurde hier die Grasnarbe abgezogen und 8 Ministöcke unseres hohen Jumbograses  auf einen Laufmeter gepflanzt:

Auch eine Trogbepflanzung mit kleinen oder großen Stöcken und unser geniales Saatband für schnelle Hecken:

Miscanthus giganteus, Jumbogras

Bei der Planung einer Jumbograspflanzung sind natürlich auch die Bodenverhältnisse zu berücksichtigen. Ist dieser zu schwer (lehmig) dann brauchts eine Bodenverbesserung in Form von Sand und Gartenerde. Gern natürlich auch mit unserer Pflanzerde für Gräser! Ist er zu leicht (sandig), dann wird Oberboden mit Lehmanteil eingearbeitet. Gegen eine kleine Kompostgabe haben weder Gräser-Stöcke noch Rhizome etwas. Auch auf eine ausreichende Drainageierung ist zu achten. Nasse Füße mag  weder Miscanthus giganteus noch alle weiteren Sorten von Miscanthus sinensis (Strictus, Große Fontaine, Malepartus) nämlich gar nicht!

So, und nun steht einer Pflanzung nichts mehr im Wege!

Braucht das Jumbogras eine Rhizomsperre?

Kurz und Bünding: Nein!

Wir bekommen häufig Anfragen von Kundinnen und Kunden zum Thema Rhizomsperre. Das dürfte daran liegen, dass einer der Namen vom Jumbogras Chinaschilf ist. Und Schilf wird irgendwie mit unterirdischen Ausläufern in Verbindung gebracht. Auch der Ausbreitungsdrang von Bambus hat da sicher seine Spuren hinterlassen. Unsere Bambussorte Fargesia murielae Jumbo ist aber ebenfalls 100%ig horstbildend und macht keine Ausläufer. Apropos: Bambus wird auch immer beliebter als Rohstoff für Teppich (siehe bambusteppich.de). Aber das nur nebenbei.

Miscanthus sind horstbildend und wuchern nicht

Ich kann also beruhigen: Alle Miscanthus-Sorten sind horstbildend, das heißt sie bilden ein sich langsam ausbreitenden Stock. Jedes Jahr kommen ein paar Zentimeter an Rhizomen dazu. Fazit: eine Rhizomsperre bei Miscanthus giganteus ist im Normalfall nicht nötig, es sei denn, es steht insgesamt wesentlich weniger als ein Meter Pflanzbreite zur Verfügung.

Pflanzen der Gräser

Nachdem der Standort für die Gräser festgelegt wurde, gehts ans Werk. Zuerst wird die Grasnarbe abgezogen, Wurzelunkräuter entfernt und der Boden mit einer Grabgabel etwa 20cm tief gelockert.

Anschließend die Pflanzen aufteilen und setzen. Immer so tief das der Wurzelballen 3-5cm mit Erde bedeckt ist. Rhizome dürfen etwas tiefer liegen, gut 5-6cm. Es gilt: je leichter, also sandiger, der Boden desto tiefer.

Direkt bei der Pflanzung einen organischen Gräserdünger dazugeben und die Pflanzen gießen. Anschließend die Fläche mulchen um Unkrautaufwuchs zu unterdrücken. Außerdem speichert das Mulchmaterial die Feuchtigkeit im Boden – positiver Nebeneffekt: man braucht weniger zu gießen. Unsere Miscanthus brauchen übrigens nur wenig Wasser.

Noch weitere Fragen zum Thema? Kein Problem, ruft uns einfach unter unserer Jumbogras-Büronummer 0043-6213/69 956 an. Außerdem erreicht ihr uns über unser praktisches Kontaktformular und natürlich auch per E-Mail.

Stefi Wassermann, Reinhard Sperr, zuletzt aktualisiert 30.10.2020

2 Antworten

  1. Guten Tag,

    wann ist die beste Zeit, um die Pflanzen zu setzen?

    Können die Pflanzen mit Halbschatten klarkommen?

    Mit freundlichen Grüßen

    K. Wessels

    1. Schönen Vormittag Herr Wessels,
      Wir haben aktuell alles lagernd!
      Sie können jetzt bis zum Frost pflanzen bzw, wieder im Frühling nachdem die Erde wieder aufgetaut ist. Die Gräser brauche für ihr Wachstum relativ viel Sonne, zumindest 6 Stunden am Tag, wenn möglich Abendsonne sollten es sein. Die Gräser wachsen bei zuwenig Sonne etwas zögerlicher, aber dafür länger in den Spätsommer hinein. Wir freuen uns darauf bald von Ihnen zu hören/lesen. Ulrike Orso

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